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L-Arginin

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Inhaltsverzeichnis

Definition: Was ist L-Arginin?

Arginin ist eine stark basische proteinogene Aminosäure, d. h. sie wird für den Aufbau von Proteinen benötigt. Unter allen proteinogenen Aminosäuren besitzt Arginin mit vier N-Atomen den höchsten Masseanteil an Stickstoff.

L-Arginin vs. D-Arginin

Arginin kann in zwei unterschiedlichen spiegelbildlichen Formen vorkommen. Biologische Wirkung im menschlichen Körper hat jedoch nur die L-Form der Aminosäure, bei der sich die Aminogruppe auf der linken Seite des zentralen Kohlenstoffatoms befindet. In hochwertigen Nahrungsergänzungsmitteln ist daher ausschließlich L-Arginin enthalten. Die andere Form nennt sich D-Arginin.

Gut zu wissen: Der Name Arginin leitet sich vom lateinischen Wort argentum, auf Deutsch Silber, ab. Denn diese Aminosäure konnte zuerst als Silber-Salz isoliert werden.

Welche Funktionen hat L-Arginin?

L-Arginin erfüllt im Körper zahlreiche Funktionen, insbesondere in Hinblick auf die Gesundheit des Herz-Kreislauf-Systems. Denn diese Aminosäure ist die alleinige Vorstufe von Stickstoffmonoxid (NO), einem wichtigen gefäßerweiternden Botenstoff im menschlichen Körper. Die Freisetzung von NO aus L-Arginin führt zu einer verbesserten Durchblutung, wodurch das Thromboserisiko reduziert wird, der Blutdruck sinkt und die Sauerstoffversorgung des Herzens verbessert wird.¹

L-Arginin und Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Inwieweit sich L-Arginin daher positiv auf Gefäßerkrankungen wie Arterienverkalkung auswirkt, ist derzeit Gegenstand der Forschung.² Möglicherweise kann L-Arginin zukünftig genutzt werden, um das Arteriosklerose-Risiko bei bestimmten Personengruppen wie Rauchern sowie Menschen mit Diabetes mellitus, erhöhtem Cholesterinspiegel oder hohen Homocystein-Werten zu senken.

L-Arginin für gesunde Muskeln

Darüber hinaus fördert dieser Stoff die Produktion bestimmter weißer Blutkörperchen, der T-Leukozyten. Diese wiederum sind wichtig für das Immunsystem und die Wundheilung.³ Auch im Hormonhaushalt spielt L-Arginin eine Rolle: Es begünstigt die Ausschüttung von Wachstumshormonen aus der Hirnanhangsdrüse, wodurch der Muskelaufbau unterstützt wird. Diese Funktion ist vor allem für Kinder und Jugendliche sowie für Sportler bedeutend.

Was macht L-Arginin einzigartig?

Dieser Nährstoff hat vermutlich eine große Bedeutung für die Männergesundheit. Die Wirkung von L-Arginin beim Mann wird zwar derzeit noch erforscht, doch es gibt bereits Hinweise auf positive Effekte bei Potenzproblemen.

Ist L-Arginin ein natürliches Potenzmittel?

Sofern die Ursache der erektilen Dysfunktion eine Durchblutungsstörung ist, könnte L-Arginin laut Studien die Potenz verbessern.⁴ Denn durch das Stickstoffmonoxid, das aus L-Arginin gewonnen wird, erweitern sich die Blutgefäße des Penis. Dadurch kann mehr Blut hineinfließen, wodurch eine Erektion entstehen bzw. aufrechterhalten werden kann. Zudem kann sich L-Arginin in Kombination mit L-Citrullin laut Studien positiv auf die Qualität und Mobilität von Spermien auswirken.⁵

Wirkung von L-Arginin auf Frauen

Aber auch für die Sexualität von Frauen scheint L-Arginin Vorteile zu haben. Eine Studie, in der ein Kombinationspräparat aus L-Arginin, Ginseng, Ginkgo biloba und weiteren Wirkstoffen weiblichen Probandinnen verabreicht wurde, deckte eine signifikante Steigerung des sexuellen Verlangens auf.⁶

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L-Arginin ist eine semi-essentielle Aminosäure

Diese Eigenschaft macht L-Arginin zu einer sogenannten semi-essentiellen, also bedingt lebensnotwendigen Aminosäure. Das bedeutet: Der Körper kann L-Arginin zwar selbst bilden, aber nicht immer in ausreichendem Maß.⁸

Insbesondere Neugeborene sind auf die Aufnahme über die Nahrung angewiesen, da ihre Fähigkeit, Arginin zu synthetisieren, noch nicht voll ausgebildet ist.⁹ Bei Kindern und Jugendlichen muss ebenfalls die Zufuhr über die Nahrung sichergestellt werden, da der Bedarf an L-Arginin während der Wachstumsphase nicht vollständig durch die körpereigene Synthese gedeckt werden kann.

Möchtest du mehr über Aminosäuren erfahren? Entdecke unsere spannenden Blogbeiträge rund um das Thema und erweitere dein Wissen!

Ist eine Einnahme von L-Arginin notwendig?

Ein gesunder Erwachsener nimmt über eine ausgewogene Mischkost schätzungsweise 5 bis 6 Gramm L-Arginin pro Tag auf.¹⁰ Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) spricht keine allgemeine Empfehlung für eine Tagesdosis an Arginin aus. Denn unter normalen Bedingungen und bei ausreichenden Mengen an Stickstoff im Stoffwechsel kann diese Aminosäure vom Körper selbst aufgebaut werden.¹¹ Eine gesunde Lebensweise ist also in jedem Fall empfehlenswert.

Wann brauchst du L-Arginin besonders?

In stressigen Phasen sowie nach Verletzungen, Verbrennungen oder Unfällen kann es passieren, dass der Bedarf an L-Arginin die vom menschlichen Organismus produzierte Menge übersteigt.

L-Arginin zur Leistungssteigerung

Darüber hinaus sollten Kinder und Jugendliche, ältere Menschen, Schwangere und Stillende sowie Vegetarier und Veganer darauf achten, ausreichend Arginin aufzunehmen. Einen erhöhten Bedarf haben außerdem Sportler sowie Menschen, die intensiv körperlich arbeiten: Sie brauchen ausreichend L-Arginin, um gesundheitliche Probleme wie Muskelabbau und verminderte Leistungsfähigkeit zu verhindern.¹⁴

Hilft L-Arginin bei Erektionsstörungen?

Aber auch bei gewissen gesundheitlichen Problemen und Krankheiten wie Arteriosklerose bzw. anderen Gefäßerkrankungen, Bluthochdruck und erektiler Dysfunktion solltest du sicherstellen, dass du genügend L-Arginin von außen zuführst¹² – über eine ausgewogene Ernährung oder ggf. mithilfe von Nahrungsergänzungsmitteln in Form von Kapseln oder Pulver. Wenn du Medikamente zur Blutdrucksenkung nimmst oder an einer Nieren- oder Lebererkrankung leidest, solltest du jedoch vor der Einnahme von L-Arginin mit deinem Arzt sprechen.

Wie entsteht ein Mangel an L-Arginin und wie äußert sich dieser?

L-Arginin wird als bedingt unentbehrliche Aminosäure eingestuft. Das heißt, es kann Situationen geben, in denen der Körper diesen Nährstoff nicht oder nicht in ausreichenden Mengen bereitstellen kann. Dies kann zum Beispiel bei bestimmten Vorerkrankungen wie einer Leberkrankheit oder auch Enzymdefekten wie der Phenylketonurie der Fall sein.¹³ Aber auch eine Niereninsuffizienz oder eine Krebserkrankung kann den Bedarf an Aminosäuren wie L-Arginin erhöhen.

Was passiert bei L-Arginin-Mangel?

Zu den weiteren Folgen eines Arginin-Mangels können Schlafstörungen, Stimmungsschwankungen, eine Verschlechterung der Herzleistung sowie eine verminderte Immunabwehr und Wundheilung gehören.¹⁵

Worauf sollte man bei der Einnahme von L-Arginin achten? 

Wenn du unter Bluthochdruck oder Erektionsschwäche leidest, solltest du einen Arzt aufsuchen: Er kann die Ursache herausfinden und dir eine wirksame Therapie empfehlen. Zur alleinigen Selbstmedikation ist L-Arginin nicht geeignet, da es zu Wechselwirkungen mit Blutdrucksenkern, Blutverdünnern, Potenzmitteln und anderen Medikamenten kommen kann. Wer bereits einen Herzinfarkt hatte, sollte auf die Einnahme von Arginin komplett verzichten.¹⁶

Supplemente mit L-Arginin

Wenn dein Körper aufgrund von Stress oder chronischen Krankheiten wie Diabetes mellitus den täglichen Bedarf nicht vollständig selbst decken kann, kannst du L-Arginin in Form von Nahrungsergänzungsmitteln zuführen. Die empfohlene Verzehrmenge beträgt 2 bis 6 Gramm Arginin täglich. Diese kann in Einzelfällen auch erhöht werden, da in derart niedrigen Dosierungen keine Nebenwirkungen bekannt sind.¹⁷

In welchen Lebensmitteln ist besonders viel L-Arginin enthalten?

Als Protein-Baustein ist L-Arginin in vielen eiweißreichen tierischen Lebensmitteln enthalten, darunter Fleisch, Thunfisch, Lachs und Meeresfrüchte wie z. B. Garnelen. Vegetarier und Veganer können L-Arginin über pflanzliche Lebensmittel wie Nüsse, Hülsenfrüchte, Weizenkeime, Haferflocken und Kürbiskerne zu sich nehmen.

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